Work-Life-Balance – ein Modebegriff oder sinnvolles Ziel im Leben?

Um gesund, fit und ausgeglichen im Leben zu stehen, muss ein ausgewogenes Verhältnis von Beruf zum Privatleben angestrebt werden. Für viele Menschen ist dies jedoch ein Ziel in weiter Ferne.  Der Fokus liegt oft nur auf einen der beiden Bereiche.

 

Für eine kurze Zeit kann der eine oder andere Bereich vernachlässigt werden, ohne dass größere gesundheitliche Probleme auftreten. Bei einem dauerhaften Ungleichgewicht sind die Konsequenzen in der Regel ernsthafterer Natur. Seit Jahrzehnten ist die Zahl der Fehltage (Arbeitsunfähigkeitstage) wegen psychischer Erkrankungen deutlich angestiegen: in den letzten 11 Jahren um mehr als 97 Prozent. Im Jahr 2012 wurden bundesweit 60 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert. (Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014, S. 31) 

 

Während psychische Erkrankungen vor 20 Jahren noch nahezu bedeutungslos waren, sind sie heute dritthäufigste Diagnosegruppe bei Krankschreibung bzw. Arbeitsunfähigkeit. (BKK Gesundheitsreport 2016, S. 59)

 

Wie können Sie sich vor diesen Risikofaktor schützen? Ein gutes Mittel ist seit Jahrhunderten bekannt.  Gesunde Ernährung, viel Bewegung und Entspannung. Integrieren Sie vor allem Bewegung in Ihren Alltag. Kleine Veränderungen sind hier der Schlüssel zum Erfolg. Wussten Sie, dass ein Durchschnittsmensch weniger als einen Kilometer am Tag geht?  Laut Statistiken entspricht das  in etwa dem Wert von 1000 Schritten, was bei der üblichen Schrittlänge von 63 bis 73 Zentimetern eine Strecke von 630 bis 730  Metern ergibt. Es ist in der Evolution des Menschen noch gar nicht so lange her, da mussten wir am Tag zwischen 20 und 30 Kilometer am Tag gehen.

 

WHO empfiehlt 10.000 Schritte

Um Schritt für Schritt körperlich und geistig vitaler zu werden, empfiehlt die WHO, täglich 10.000 Schritte zu tun, was einer Strecke von 6,3 bis 7,3 Kilometern entspricht. Wie kann ich auf diese Schrittanzahl kommen?  In unserem Expertenchat am 08. Mai geht es rund um das Thema „Bewegung im Alltag“. Mehr Bewegung würde Ihnen guttun? Dann kommen unsere Tipps ja wie gerufen! Denn Bewegung ist heute nicht mehr selbstverständlich: Im Extremfall geht es vom Fahrstuhl in den Autositz, von dort in den Bürostuhl und abends denselben Weg zurück vor Fernseher oder Computer. Wer nicht gegensteuert, riskiert Gesundheit und Wohlbefinden. Dabei gibt es auch ohne Fitnessstudio genügend Möglichkeiten, körperliche Aktivität in den Alltag zu integrieren. Was Sie tun können, um sich zu mehr Bewegung im Alltag zu motivieren erfahren Sie in unserem Experteninterview.

 

Der Experte Karsten Sobottka  M.Sc  stand uns Rede und Antwort:

 

Interview:

Warum sollte man auch im Alltag in Bewegung bleiben?

Ganz einfach: Dafür sind wir gebaut! Unser Körper braucht Bewegung, um gesund zu bleiben. Viele unserer Gelenkstrukturen – etwa Knorpel und Bandscheiben – werden nicht aktiv durchblutet. Die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt hier zum Großteil über die Bewegung. Man kann sich das wie bei einem Schwamm vorstellen, beim Zusammenpressen werden Abbauprodukte ausgeschwemmt, beim darauffolgenden Aufsaugen neue Nährstoffe aufgenommen. Wer hier lange rastet, der rostet.

 

Woran merkt man, dass man sich zu wenig bewegt?

Tatsächlich ist es in den allermeisten Fällen der Rücken, der sich zuerst meldet. Aber auch Knieprobleme entstehen oft durch zu wenig Bewegung. Die meisten Beschwerden des Bewegungsapparats entstehen in unserer „Bürowelt“ durch einen Mangel an gesunden Belastungen, nicht durch Überlastungen. Langfristig lässt sich natürlich auch im Spiegelbild oder an den steigenden Kleidergrößen erkennen, dass ein wenig Bewegung guttun würde.

 

Können Sie uns einen konkreten Tipp für mehr Bewegung in einer Alltagssituation geben?

Mein Tipp Nr. 1 für den Büroalltag: Schaffen Sie sich ein luftgefülltes Ballkissen an. Das klingt zunächst etwas merkwürdig, und auch von Ihren Kollegen werden Sie vielleicht den einen oder anderen irritierten Blick ernten. Aber: Ihr Rücken wird es Ihnen schnell danken. Das wackelige Kissen sorgt dafür, dass Ihre Rückenmuskulatur permanent arbeiten muss, die Strukturen in Bewegung bleiben und Schmerzen reduziert werden.

 

In welchen Jobs ist man besonders gefährdet, sich zu wenig zu bewegen?

Wie schon erwähnt, sind es hierzulande vor allem die klassischen Bürojobs, die zu Problemen führen. Aber auch Jobs mit sehr einseitigen Bewegungsmustern können problematisch werden. Denken Sie beispielsweise an die Kassiererin im Supermarkt, die acht Stunden am Tag Waren von rechts nach links bewegt. Die Gegenbewegung fehlt hier völlig, langfristig entstehen auch hierdurch oft Dysbalancen und Haltungsschmerzen.

 

Kann man durch einen aktiven Alltag ein ganzes Workout ersetzen?

Nun ja, das kommt immer auf das selbstgesteckte Ziel an. Sicher lassen sich durch einen aktiven Alltag viele gesundheitliche Vorteile erreichen. Einfach mal einen Spaziergang einlegen, Treppen steigen statt den Aufzug zu rufen und auch mal zu Fuß zum Supermarkt gehen – das hilft dabei, den Körper in Schwung zu halten. Bestehen jedoch bereits gesundheitliche Probleme oder verfolgt man bestimmte sportliche Ziele, ist ein gezieltes Workout erfolgsversprechender.


Zum Experten:

Karsten Sobottka, M.Sc. hat in Hamburg und Münster Oecotrophologie studiert. Im Zuge seiner Masterthesis beschäftigte sich Herr Sobottka mit den Perspektiven der betrieblichen Gesundheitsförderung. Zudem absolvierte er diverse Fortbildungen der Bewegungswissenschaft. Bereits während seines Studiums arbeitete er als Fitness Coach und sammelte Erfahrungen in der Erstellung von spezifischen Trainingsplänen und in der Durchführung von Kleingruppentrainings. Heute bietet Herr Sobottka als zertifizierter Personal Trainer & Food Coach Individualbetreuung in den Themen Sport und Ernährung an.

Mehr Informationen unter: www.feelgood-workouts.de

 

Wichtiger Hinweis:

Die atlas BKK ahlmann unterstützt Sie gerne bei dem Vorhaben sich aktiv zu bewegen. Haben Sie schon einmal über eine Teilnahme an einem Gesundheitsförderungskurs nachgedacht. Sie können pro Jahr an zwei Kursen aus den Handlungsfeldern Bewegungsgewohnheiten, Ernährung und Stressreduktion teilnehmen. Bei erfolgreicher Teilnahme erstatten wir Ihnen die Kurskosten zu 100 Prozent bis zu einem Maximalbetrag von 150 Euro pro Kurs.

 

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: www.atlasbkkahlmann.de/praevention

Informationen zum Thema psychische Erkrankungen finden Sie hier: http://psyga.info/psychische-gesundheit/daten-und-fakten/

Sie haben Fragen zum Angebot der atlas BKK ahlmann? Sprechen Sie gerne Herrn Marvin Mielke (frag-marvin@abkka.de oder  0511 6421096-3) an!

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